Actieknop
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Rezension Die Idole von Halle

Als Harry Michielsen in aller Ruhe ein Bier auf dem Marktplatz von Halle an der Saale trinkt, sieht er einen Mörder vorbeigehen.

Es ist mehr als zwanzig Jahre her, die Akten sind geschlossen, die Ermittler im Ruhestand, der Fall vergessen. Was soll er tun? Hat es noch Sinn, alles wieder aufzurühren?

Nach einer schlaflosen Nacht liegt er im frühen Morgenlicht grübelnd in seinem Bett. Neben ihm schläft seine Frau, sie weiß noch nichts davon. Er erlebt dieses schreckliche Jahr 1989 noch einmal, das Jahr von Tian'anmen, das Jahr der Mauer, das Jahr des Mordes. In einer Sommernacht, die zum Lieben und Sternegucken gemacht war, fiel damals die Familie seines alten Freundes Luc Van Eynde den Kugeln einer Bande von Verbrechern zum Opfer. Das Verbrechen wurde nie vollständig aufgeklärt.

Es war auch das Jahr, in dem Harry ein besonders verlockendes Angebot gemacht wurde: Ein unbekannter Verkäufer bot ihm einen originalen Brief des großen Mathematikers Georg Cantor an, einen Brief, der mehr Klarheit über das Leben dieses gequälten Genies bringen sollte. Eine günstige Gelegenheit, ein Weg, als Schriftsteller durchzustarten, auch wenn Harry zunächst keine Ahnung hatte, woher er das nötige Geld nehmen sollte.

Auch Harry liegt nicht allein wach: Mia, seine Frau, hat ihre eigenen Sorgen. Im selben Jahr 1989 verlor sie die Spur ihrer besten Freundin Else. Ihre Herzensfreundin aus Halle wurde in den Volksaufstand gegen das ostdeutsche Regime hineingezogen und verlor ihre Arbeit. Mias gut gemeinte Hilfe ging gründlich schief: Nach dem Fall der Mauer verschwand Else spurlos.

Und nun, im sonnigen Frühjahr 2011, fügte es sich, dass sie nach Halle reisen konnten, jeder mit seinem eigenen Ziel, jeder mit seinem eigenen Traum.

Das Auftauchen des Mörders droht alles aus den Fugen zu geraten zu lassen. Harry will um jeden Preis der Wahrheit auf die Spur kommen; Mia wird in die tödliche Stromschnelle hineingerissen.


De Standaard der Letteren: Bewertung ***